Berlin

Walter J. Junger

Die Kunst von Walter J. Junger

Diese intensive Beobachtung der Natur in seiner Jugend ließ ihn zu einem Chronisten des Gesehenen werden, der die gewonnenen Eindrücke weder malerisch idealisieren, noch abstrakt stilisieren wollte. Walter Junger betreibt gewissermaßen eine exakte Kartographie der Natur, zwar ungemein detailreich nuanciert dargestellt, aber trotzdem vom Betrachter als gemeinsamer Organismus zu empfinden. Die Sachlichkeit der Darstellung bildet die Brücke zwischen lyrischem Sehen der Natur und einer zeitgenössischen Möglichkeit der Darstellung. Die Präzision der handwerklichen Technik zeigt sich auch in seiner Tätigkeit als Bildhauer. Walter Junger ist gelernter Maschinenschlosser und arbeitet seit fünfzehn Jahren auch bildnerisch mit seinem Material Eisen. Auch hier verbindet er die Schärfe und Glätte des Grundstoffes mit amorphen Formen und Gegenständen, wie etwa einem liegen gebliebenen Arbeitshandschuh, und lässt so Material und Abbild changieren, wobei er quasi als zusätzliche Überspitzung das fertige Werk auf Hochglanz poliert. Er schützt damit die Oberfläche seiner Werke nicht nur vor Rost, sondern vor allem vor dem Gedanken der Vergänglichkeit. Junger sagt dazu selbst, dass gerade das Wissen um die Vergänglichkeit dem Künstler die Freiheit lässt und auch die Möglichkeit eröffnet, seinen Werken eine, wenn auch möglicherweise nur begrenzte Zeit der Beständigkeit zu geben.