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Aktuelle- Berlin
17.06-30.09.2010: "Spiegel der Seelen" mit Wan Qiong und Karin Zeiner
Wan
Qiong wuchs in der Metropole Shanghai auf und malte schon früh am
liebsten mit Wasserfarben. Besonders gefördert von Vater und Schwester
entwickelte sie rasch ihren eigenen Stil mit satten Farbstrichen auf
einfachem chinesischem Papier. Sie studierte an der Anhui Normal
University, sowie an der Shanghai University und konzentriert sich auf
Aquarelle in der traditionellen Malerei mit Pinsel und Wasserfarben,
welche sie aber in zeitgenössischer Kunstart anwendet und zusätzlich
mit weiteren Techniken wie Öl experimentiert. Ihre Bilder sind mit
einer Größe von bis zu 2 Metern sehr groß und imposant, wodurch die
vorherrschenden monotonen Farben wie Rot, Schwarz oder Grau die
Einfachheit und viszerale Natur ihrer Arbeit ganz besonders
hervorheben.
Die gebürtige Österreicherin Karin Zeiner ließ sich
von Werbung und Medien inspirieren und verleiht diesem anonymen Typ
Frau durch ihre Malerei Persönlichkeit und Geschichte. Zeiner malt mit
Acryl auf Leinwand fast im Stil der Pop-Art mit oft komplementären
Farben großflächige ausdrucksstarke Gesichter. Die von der Struktur
meist klaren Portraits mit kantigen Profilen werden mit kleinen Details
wie verspielten Ohrringen, roten Wangen und Lippen, gemusterten
Haarbändern oder Kleidungsstücken entschärft und weiblicher. Hierbei
sind Einflüsse afrikanischer und lateinamerikanischer Kulturen zu
bemerken, wobei die Malerin bisweilen mit einer Bandbreite von teils
psychedelischen Mustern und Farbvariationen und teils sehr klaren
Abbildungen mit keinerlei Schnörkeln besticht. Sie entwirft
Frauenportraits aus der ganzen Welt und beweist somit viel Gefühl für
die Darstellung des menschlichen Gesichts.
Aktuelle- Shanghai
18.07-15.09.2010: "Reboot" mit Chen Yufei in der Galerie Junger, Shanghai
Der
Computerbegriff „Reboot“, zu Deutsch „Neustarten“, ist eine Metapher,
in der Chen seine Beobachtungen des Menschen mit einem eindringlichen,
zugleich jedoch erfrischenden Blick auf Schöpfer und Zuschauer
wiedergibt.
Menschen sind denkende Maschinen, unvermeidlich
verworren mit und verlangsamt durch ununterbrochenes ungeduldiges
Arbeiten und Funktionieren um Alltag. Chens Serie von Kunstwerken, die
in „Reboot“ gezeigt wird, bezieht sich auf Spekulationen einer nicht
voraussehbaren Zukunft, einer Fassade des Trostes und einer Entfremdung
des Individuums. Somit wird eine abstrakte Interpretation erschaffen,
die die Versuchungen eines jeden selbst offen legt.
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